1. Schliessung und Öffnung gegenüber dem Fremden

2004
Ne vous laissez
pas berner!

Die untere Hälfte des Plakats sind die Vorstellungen des Bundesrates und jene des Normalbürgers anlässlich der Einbürgerungsabstimmung gegenüberstellt. Über dieser rhetorischen Formel gegen das Establishment sieht man einen nachgebildeten Personalausweis, dessen Halter niemand anderes als Osama bin Laden ist. Mit dem Ausruf Lasst euch nicht zum Narren halten ! prangert die Partei die Diskrepanz der Auffassungen als Ausverkauf des Bürgerrechts an. Von dieser profitieren hier angeblich übelgesinnte Ausländer, um sich rechtswidrig des Schweizer Bürgerrechts zu bemächtigen. Das Plakat suggeriert die Bedrohung durch eine terroristische Infiltration.
2. Wirtschaftliche und demographische Fragen

1988
Ils bâtissent
pour vous

Dieses von Rottönen geprägte Plakat, das Erinnerungen an die klassische Arbeiterbewegung evoziert, thematisiert drei Abstimmungsvorlagen. Die beiden ersten sind miteinander durch den Slogan Sie bauen für euch. Gebt ihnen eure Stimme verknüpft. Der Slogan verweist entweder auf die Arbeiterschaft als Ganzes (Arbeitszeitverkürzung) oder auf die ausländischen Arbeitskräfte, welche von einer neuen Initiative der Nationalen Aktion bedroht werden. Das Schicksal der einheimischen und ausländischen Arbeitskräfte wird gleichgesetzt, illustriert durch ein zerbrechliches Gerüst, an dem sich drei Arbeiter festhalten.
3. Menschenrechte

1999
Et si c'était vous...

Die Schwarzweissphotographie zeigt eine Frau, die aus einer zerstörten Gegend flieht. Sie steht für den Teil der Bevölkerung, den der Krieg in das Exil zwingt. Die Frage Und wenn Sie das wären richtet sich direkt an den Betrachter und verleiht dem Drama, dem Flüchtlinge ausgesetzt sind, ein Gesicht. Der Slogan beharrt auf der Ungerechtigkeit einer Beschränkung des Asylrechts. Um das Recht auf Asyl zu unterstützen, knüpft die Gesamtkomposition an die emotionale Wirkung des Bildes an, die durch die Zerbrechlichkeit der weiblichen Figur verstärkt wird.
4. Kulturelle Vielfalt

2007
Être Suisse

Drei junge Menschen, eine Frau mit schwarzen Haaren und einem matten Teint, zwei Männer, davon einer blond, der andere schwarzhaarig, alle drei mit dem Nationalemblem auf dem T-Shirt, werden in einer Körperhaltung wie zu Zeiten des Bundesbriefes von 1291 abgebildet. Der Gegensatz zwischen modernen und traditionellen Elementen versucht die kulturelle Dimension der Schweizer Identität zu unterstreichen, die laut der Schweizerischen Volkspartei Unterwallis (UDC VR) durch das Hochhalten gemeinsamer Werte entstanden ist. Dieses Konzept der Nationalität, das der französischen Tradition des jus soli recht nahe kommt, ist paradox, setzt sich doch die UDC VR strikt für den Erhalt des Blutrechtes bei der Vergabe der Bürgerrechte ein.