1. Schliessung und Öffnung gegenüber dem Fremden

1970
Überfremdungs-
initiative

Ein stilisiertes Gesicht erhebt sich über eine Backsteinmauer. Der Mann hält eine Schweizer Fahne in seiner rechten Hand und richtet seine Linke gegen den Betrachter, ein Zeichen anzuhalten. Unterhalb der Mauer erscheint der Text Überfremdungsinitiative Nein. Das Plakat verurteilt damit die Initiative Schwarzenbach und präsentiert diese als einen Versuch der Schliessung. Sie vermittelt die Idee von der Schweiz als Festung, die sich hinter ihre Grenzen zurückzieht und Migranten den Zugang verweigert.
2. Wirtschaftliche und demographische Fragen

2005
Sans lui...

Dieses Plakat, das um Zustimmung für die bilateralen Verträge mit der Europäischen Union wirbt, hat sich die aus Videospielen bekannte Figur des Super Mario zunutze gemacht. Gleichzeitig erinnert es an den bekannten « polnischen Klempner » oder ganz allgemein an einen ausländischen Arbeiter. Diese standen im Mittelpunkt einer Debatte über Dumpinglöhne, welche angeblich durch die Unterzeichnung der Verträge ausgelöst würden. Die Unterstützung der Sozialdemokraten und der Grünen für die bilateralen Verträge wurde durch die Einführung flankierender Massnahmen erreicht. Die Überprüfung des Arbeitsmarktes wird durch den Gesamtarbeitsvertrag repräsentiert, der aus der Tasche von Super Mario herausschaut.
3. Menschenrechte

1970
Terre de refus?

Mittels eines Rückgriffs auf die humanitäre Tradition der Schweiz und dem damit verbundenen Flüchtlingsbegriffs wird dem Betrachter eine Frage bezüglich der möglichen Auswirkungen der Schwarzenbach Initiative gestellt. Vor dem einheitlich schwarzen Hintergrund stechen die drei Buchstaben N-O-N (dt. : Nein) hervor, die eine Schwarzweissphotographie mitabbilden. Sie zeigt einen Mann mit Schnurrbart, schwarzem Haar und mediterranem Teint. Er steht stellvertretend für alle ausländischen Arbeiter, die von dieser Initiative betroffen sind. Die Gesamtkomposition unterstreicht die menschliche Dimension und gibt dem Thema der Volksabstimmung ein Gesicht, wohingegen die Nationale Aktion in ihrer Kampagne nur Zahlen nennt.
4. Kulturelle Vielfalt

2004
Naturalisations
en masse?

Die Schweizerische Volkspartei widersetzt sich einem liberalen Zugang zum Bürgerrecht, für sie ein Synonym für Masseneinbürgerung. Diese Vorstellung wird abgebildet, indem gierige Hände nach dem Schweizer Pass greifen, der frei zur Verfügung steht. Die Dimension des Fremden wird dadurch untermalt, dass Hände verschiedener Hautfarben nach ihrer Einbürgerung verlangen. Das Bild vermittelt ein Gefühl unmittelbarer Gefahr, was aus dem Fehlen der Gesichter resultiert. Dies entmenschlicht und anonymisiert die Einbürgerungskandidaten und unterstreicht den Kontrollverlust bei der Vergabe des Bürgerrechts.