1. Schliessung und Öffnung gegenüber dem Fremden

1999
Accueil oui...
Laisser faire non

Ein bedrohlich anmutender Mann bricht aus der Mitte der Schweizer Fahne hervor. Dadurch, dass er sie zerreisst, taucht er unerwartet inmitten eines höchst symbolträchtigen Emblems auf. Sein kantiges Kinn, sein Schnurrbart und seine schwarzen Haare wie auch sein Teint kennzeichnen ihn eindeutig als Ausländer, möglicherweise aus dem Balkan. Sowohl seine Kleidung als auch sein Gesichtsausdruck lassen keine Zweifel an der Natur seiner Absichten : Der Fremde betritt das Land als Krimineller, um sich unrechtmässig zu bereichern.
2. Wirtschaftliche und demographische Fragen

1974
Même si...

Die Sozialdemokratische Partei der Schweiz distanziert sich auf diesem Plakat teilweise vom Diskurs der Bürgerlichen. Das wirtschaftsnahe Argument wird durch jenes der Solidarität mit den Fremden ersetzt, die durch die von oben reichende, helfende Hand ausgedrückt wird und sich vor den Schriftzug schiebt. Der Schweizer Arbeiter leistet seinem eingewanderten Genossen Beistand. Abgesehen von dieser hier verwendeten Symbolik nahmen sozialdemokratische Solidaritätsbekundungen gegenüber Ausländern vor den 1970er Jahren nur selten Gestalt an.
3. Menschenrechte

1999
Démentèlement
du droit d'asile

In zwei Hälften geteilt, spielt das Bild mit der Symmetrie und dem Kontrast komplementärer Farben. Die zwei Figuren, die ihre Arme zueinander ausstrecken, sind durch eine weisse Linie getrennt. Der Text, der im Rahmen einer Volksabstimmung die Zerschlagung des Asylrechtes anprangert, fordert Rechte und Sicherheit für Flüchtlinge. Das Plakat insistiert auf einer Gleichbehandlung und unterstreicht die Schranken, die die Vorlage zwischen Asylbewerbern und Schweizern errichten würde.
4. Kulturelle Vielfalt

2008
Naturalisations
à la tête du client

Die Genfer Grünen greifen ihrerseits die Figur des schwarzen Schafes in ihrer Kampagne gegen die Urnenabstimmungen bei Einbürgerungen an. Dieses Einbürgerungsverfahren wird in diesem Plakat wegen der diskriminierenden Eigenschaft abgelehnt. Urnenabstimmungen lassen Vorurteilen freien Lauf. So werden nur weisse Schafe als Eidgenossen akzeptiert, alle anderen, die sich durch ihre Hautfarbe unterscheiden, bleiben ausgeschlossen.