1. Schliessung und Öffnung gegenüber dem Fremden

1922
Extragabe an
Auslńnde

Sechs Ausländer mit stark ausgeprägten stereotypen Zügen fallen in Basel ein, ihre Hände gierig nach dem Geld ausgestreckt, das von den Mauern des Spalentors verteilt wird. Auf der anderen Seite der Grenze werden zwei Schweizer mit einem Fusstritt aus kleinen Häuschen hinausgeworfen. Als schlechtes Vorzeichen läutet eine schwarze Katze die Turmglocke. Das Plakat versinnbildlicht das Argument, wonach den Fremden eine privilegierte Behandlung zuteil wird, und dass dieser Missbrauch das Defizit der Stadt vergrössert. Die offene Grenze stellt diese Laisser-faire-Mentalität bloss, indem sie den skrupellosen Fremden den Weg freimacht.
2. Wirtschaftliche und demographische Fragen

1965
Schluss mit
Überfremdung

Mittels der Bildtiefe, der Transparenz und der Kenntlichmachung der Figuren in Rot, die sich lebhaft fürchten, erzeugt das Plakat eine Vorstellung jener Überfremdungsangst, wie sie seit Ende der 1950er Jahre üblich war. Die Botschaft des Bildes verbindet Einwanderung und allgemeine Preissteigerung. Davon zeugt auch die Aneinanderreihung der Begriffe Inflation, Überfremdung und Spekulation. Die schwarzen Figuren repräsentieren gleichzeitig ausländische Arbeitskräfte und Spekulanten, wo hingegen die Gebäude im Hintergrund auf die Wohnraumkrise anspielen.
3. Menschenrechte

2001
Oui aux droits
démocratiques

Das Bild zeigt eine Menschenmenge mit verschiedenen Gesichtern und Gesichtszügen, männlichen wie weiblichen. Die Menschen scheinen hinter einer Art Nebel versteckt zu sein, der dennoch einen Blick ermöglicht, nämlich dort wo der Nebel in Form des Kantons Genf aufreisst. In seiner Forderung der Volksrechte für Ausländer bekräftigt das Plakat die Bereitschaft Genfs, all seinen Einwohnern Sichtbarkeit zu gewähren. Genf verleiht ihnen das Recht, in vollem Umfang am Leben der Stadt teilzunehmen.
4. Kulturelle Vielfalt

2007
Pour plus
de sécurité

Diese Darstellung der Abschiebung krimineller Ausländer hat weltweit ein starkes Echo hervorgerufen. In der Schweiz, aber auch im restlichen Europa, wurde die Kampagne verschiedentlich egen ihrem fremdenfeindlichen Charakter angegriffen. Das Plakat wurde bisweilen übernommen (z.B. : in Deutschland von der rechtsextremen NPD und in Belgien von der nationalistischen Vlaams Belang). Die Botschaft spielt mit der Zweideutigkeit des « schwarzen Schafes », das sich sowohl auf die Hautfarbe als auch auf die Randständigkeit bezieht.