1. Schliessung und Öffnung gegenüber dem Fremden

1996
Halte à
l'immigration
illégale

In einer düsteren Landschaft zeichnen sich zwei phantomähnliche Silhouetten ab. Über den zwei Schatten, die illegale Einwanderer sein könnten, nimmt der Schriftzug Halt der illegalen Einwanderung, Ja zur Volksinitiative zwei Drittel der Fläche ein. Mit der Asylfrage im Blickfeld stellt die SVP Schweiz mit ihrer Initiative eine Verbindung zwischen Migration und Illegalität her. Sie schürt Angstgefühle und beschwört dunkle, beunruhigende Fantasien, um illegale Einwanderer und das irreguläre Passieren der Grenzen zu symbolisieren.
2. Wirtschaftliche und demographische Fragen

1988
Ils bâtissent
pour vous

Dieses von Rottönen geprägte Plakat, das Erinnerungen an die klassische Arbeiterbewegung evoziert, thematisiert drei Abstimmungsvorlagen. Die beiden ersten sind miteinander durch den Slogan Sie bauen für euch. Gebt ihnen eure Stimme verknüpft. Der Slogan verweist entweder auf die Arbeiterschaft als Ganzes (Arbeitszeitverkürzung) oder auf die ausländischen Arbeitskräfte, welche von einer neuen Initiative der Nationalen Aktion bedroht werden. Das Schicksal der einheimischen und ausländischen Arbeitskräfte wird gleichgesetzt, illustriert durch ein zerbrechliches Gerüst, an dem sich drei Arbeiter festhalten.
3. Menschenrechte

1977
Ras le bol

Im Kontext zwei weiterer sogenannter Überfremdungsabstimmungen werden auf diesem Plakat bewusst keine Menschen abgebildet, weder Fremde noch Schweizer, sondern stattdessen eine Schale. Dadurch zielt die gewählte Argumentation in schlichter Art darauf ab, den Überdruss der Bürger mit der französischen Wendung Ras le bol (dt. : Nase voll) auszudrücken. Tatsächlich handelt es sich um die vierte und fünfte Überfremdungsabstimmung in weniger als 10 Jahren. Diese Initiativen werden ohne viel Aufhebens als fremdenfeindlich verurteilt. Die Botschaft klagt die Verbissenheit gewisser Parteien an, den Ausländeranteil in der Bevölkerung weiterhin verringern zu wollen.
4. Kulturelle Vielfalt

1970
Wir brauchen
diese Menschen

Dieses Plakat unterstreicht das gemeinsame Interesse von Migranten und Aufnahmeland : Die Zuwanderung ist auch für die Schweiz unabdingbar. Die schwarzen Silhouetten stehen für Migranten, deren Herkunft durch die Fahnen verdeutlicht wird. Es handelt sich sowohl um Anrainerländer, die der Schweiz seit dem 19. Jahrhundert Arbeitskräfte stellen (Deutschland, Italien, Frankreich und Österreich) als auch Länder, deren Zuwanderung erst kürzlich begann (das ehemalige Jugoslawien, Türkei, Griechenland und Spanien) oder deren Flüchtlinge die Schweiz infolge sowjetischer Eingriffe aufgenommen hat (Ungarn 1956 und die Tschechoslowakei 1968).