1. Schliessung und Öffnung gegenüber dem Fremden

1999
Accueil oui...
Laisser faire non

Ein bedrohlich anmutender Mann bricht aus der Mitte der Schweizer Fahne hervor. Dadurch, dass er sie zerreisst, taucht er unerwartet inmitten eines höchst symbolträchtigen Emblems auf. Sein kantiges Kinn, sein Schnurrbart und seine schwarzen Haare wie auch sein Teint kennzeichnen ihn eindeutig als Ausländer, möglicherweise aus dem Balkan. Sowohl seine Kleidung als auch sein Gesichtsausdruck lassen keine Zweifel an der Natur seiner Absichten : Der Fremde betritt das Land als Krimineller, um sich unrechtmässig zu bereichern.
2. Wirtschaftliche und demographische Fragen

2005
Sans lui...

Dieses Plakat, das um Zustimmung für die bilateralen Verträge mit der Europäischen Union wirbt, hat sich die aus Videospielen bekannte Figur des Super Mario zunutze gemacht. Gleichzeitig erinnert es an den bekannten « polnischen Klempner » oder ganz allgemein an einen ausländischen Arbeiter. Diese standen im Mittelpunkt einer Debatte über Dumpinglöhne, welche angeblich durch die Unterzeichnung der Verträge ausgelöst würden. Die Unterstützung der Sozialdemokraten und der Grünen für die bilateralen Verträge wurde durch die Einführung flankierender Massnahmen erreicht. Die Überprüfung des Arbeitsmarktes wird durch den Gesamtarbeitsvertrag repräsentiert, der aus der Tasche von Super Mario herausschaut.
3. Menschenrechte

1981
Mitenand ja

Die Gewerkschaften zeigen hier eine Gruppe von Männern, die zusammengekommen sind, um eine Flasche Chianti zu trinken. Ihr dunkler Teint, ihre schwarzen Haare und ihre Kleidung weist sie deutlich als zugewanderte Arbeiter aus. Als Zeichen der Unterstützung der « Mitenand-Initiative », die die Rechte der ausländischen Arbeitskräfte stärken will, unterstreicht das Plakat die Auffassung, wonach unabhängig von der Nationalität der Zusammenhalt innerhalb der Arbeiterklasse bereits existiert. Gleichwohl steht der sechste Mann, der bezüglich Kleidung und Aussehen nicht einem ausländischen Arbeiter entspricht, etwas abseits und trinkt ein Bier, ein einheimisches Getränk.
4. Kulturelle Vielfalt

2009
Minarettverbot

Der obere Teil des Plakates wird von einer verschleierten Frau eingenommen, hinter der sich Minarette ausbreiten, die auf der Schweizer Fahne stehen. Das Risiko einer « Islamisierung » des Landes wird durch zwei leicht erkennbare Symbole verdeutlicht : Burka und Minarett. Die Minarette sind Angst einflössend, da sie an Mittelstreckenraketen erinnern. Die eigentliche Gefahr ist die Verschmelzung des islamistischen Terrorismus mit der vermeintlichen Absicht der Muslime, der Schweiz ihre politische Vorstellung und Religion aufzuzwingen. Für die Initiatoren symbolisiert das Minarett den Wunsch der Muslime, den europäischen Raum zu erobern.