1. Schliessung und Öffnung gegenüber dem Fremden

2005
Drogues +
criminels

Vor dem Hintergrund einer europäischen Fahne ist das Profil eines vermummten und bewaffneten Mannes abgebildet. Unterstrichen wird das Bild durch die Wendung Drogen + Kriminelle, so ist es leicht vorstellbar, dass dieser Mann einer verbrecherischen Organisation angehört. Schengen und die Freizügigkeit werden somit als ein Unsicherheitsfaktor gebrandmarkt, ein freies Feld für Ganoven. Die enge Verbindung, die zwischen Kriminalität und Fremdem hergestellt wird, ist offenkundig. Eine Öffnung der Grenzen hätte unmittelbar das Eindringen von Übeltätern zur Folge. Das Gefühl der Unsicherheit wird auf die Spitze getrieben und mit der Anwesenheit von Fremden in Verbindung gebracht.
2. Wirtschaftliche und demographische Fragen

1965
Schluss mit
Überfremdung

Mittels der Bildtiefe, der Transparenz und der Kenntlichmachung der Figuren in Rot, die sich lebhaft fürchten, erzeugt das Plakat eine Vorstellung jener Überfremdungsangst, wie sie seit Ende der 1950er Jahre üblich war. Die Botschaft des Bildes verbindet Einwanderung und allgemeine Preissteigerung. Davon zeugt auch die Aneinanderreihung der Begriffe Inflation, Überfremdung und Spekulation. Die schwarzen Figuren repräsentieren gleichzeitig ausländische Arbeitskräfte und Spekulanten, wo hingegen die Gebäude im Hintergrund auf die Wohnraumkrise anspielen.
3. Menschenrechte

1981
Mitenand ja

Die Gewerkschaften zeigen hier eine Gruppe von Männern, die zusammengekommen sind, um eine Flasche Chianti zu trinken. Ihr dunkler Teint, ihre schwarzen Haare und ihre Kleidung weist sie deutlich als zugewanderte Arbeiter aus. Als Zeichen der Unterstützung der « Mitenand-Initiative », die die Rechte der ausländischen Arbeitskräfte stärken will, unterstreicht das Plakat die Auffassung, wonach unabhängig von der Nationalität der Zusammenhalt innerhalb der Arbeiterklasse bereits existiert. Gleichwohl steht der sechste Mann, der bezüglich Kleidung und Aussehen nicht einem ausländischen Arbeiter entspricht, etwas abseits und trinkt ein Bier, ein einheimisches Getränk.
4. Kulturelle Vielfalt

2009
Minarettverbot

Der obere Teil des Plakates wird von einer verschleierten Frau eingenommen, hinter der sich Minarette ausbreiten, die auf der Schweizer Fahne stehen. Das Risiko einer « Islamisierung » des Landes wird durch zwei leicht erkennbare Symbole verdeutlicht : Burka und Minarett. Die Minarette sind Angst einflössend, da sie an Mittelstreckenraketen erinnern. Die eigentliche Gefahr ist die Verschmelzung des islamistischen Terrorismus mit der vermeintlichen Absicht der Muslime, der Schweiz ihre politische Vorstellung und Religion aufzuzwingen. Für die Initiatoren symbolisiert das Minarett den Wunsch der Muslime, den europäischen Raum zu erobern.